Gedanken aus dem Gemeindebrief

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser!


Sommer- und Ferienzeit - einige heiße Wochen liegen bereits hinter uns. Viele fahren in den Urlaub und viele Urlauber kommen zu uns, um sich hier zu erholen.
Folgende Begebenheit möchte ich erzählen:
Es ist Samstagabend, 19.40 Uhr – ich gieße die Pflanzen im Garten. Ein Urlauberpaar zu Fuß und in Eile sieht mich und stoppt: "Wo ist der nächste ALDI, NETTO, SKY, REWE oder anderes? Wir sind gerade angekommen, morgen ist Sonntag, wir müssen noch unbedingt
Lebensmittel und Brot einkaufen.“ Ich erklärte ihnen den Weg und die Entfernung: ca. 2 km, geöffnet bis 20.00 Uhr… …Und weg sind sie… ohne Auto, ohne Fahrrad, zu Fuß mit Ziel ca. 2 km in 20 min. Zurückkommen sehe ich sie nicht. Später dachte ich: Ich hätte ihnen anbieten können, sie schnell dorthin zu fahren….wäre ja kein Problem und eine Gelegenheit, sie vielleicht zum Gottesdienst einzuladen oder zumindest ins Gespräch zu kommen - oder eben einfach nur nett zu sein. Aber darauf bin ich gar nicht gekommen.
Sie hatten Hunger. Zumindest konnte ich ihnen sagen, wo es etwas zu essen gibt. Ob sie noch satt geworden sind an diesem Abend weiß ich nicht.
Mit dem Hunger ist das so eine Sache. Ist es im Hinblick auf vergangene Kriegszeiten und Notgebiete dieser Welt wirklich „Hunger", wenn wir mal einen Tag nichts gegessen haben? Wir leben im Überfluss: aus ´zig Sorten können wir Brot auswählen. Nicht wenig davon landet im Müll. Im letzten wie auch in diesem Sommer beklagen und befürchten die Landwirte aufgrund der Hitze und der Trockenheit Ernteausfälle. Wir merken außer leicht steigenden Preisen wenig davon. Aber hier soll es nicht um die Urlauberversorgung gehen, sondern um einleitende Worte in die Thematik dieses Gemeindebriefes.
Brot ist ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel. Immer wieder geht es auch in der Bibel um Brot. Da gibt es die Geschichte vom Manna,dem Brot der Israeliten auf ihrer Flucht; Jesus setzt im Abendmahl Brot und Kelch ein; in Lukas 9, 12-17 lesen wir, wie Jesus 5000 Menschen satt macht. Es ist eine Kerngeschichte des Neuen Testamentes. Eine Wundergeschichte - so wundervoll, dass sie fast unglaublich ist. Da geht es um Jesus und seine Jünger, um viele Menschen, um Hunger, um nicht genügend vorhandene Lebensmittel und: Trotzdem werden 5000 Menschen satt. Die Hauptperson in dieser Geschichte ist Jesus. Alles was hier geschehen ist, ist nur möglich weil Jesus dabei war und gehandelt hat. Das Erlebnis der 5000 Menschen betrifft nach dem ZUHÖREN dann das SATTSEIN und vielleicht auch das STAUNEN, dass und wie Jesus für sie gesorgt hatte.
Auf jeden Fall war es nicht nur für die Jünger ein beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis - so etwas hatten sie noch nie erlebt:

  •  Menschen brauchen etwas, was keiner hat...
  •  Jesus spricht die Jünger an und fordert sie auf: „Gebt I H R ihnen.“ Aber wovon? – Sie hatten ja selbst nicht genug.
  •  Notwendigkeiten und Möglichkeiten werden nur sachlich überlegt: ...kein Geld... keine technischen Möglichkeiten. ALSO: Es geht nicht!
  •  Trotzdem sind sie bereit Jesus das Wenige zur Verfügung zu stellen.

Und dann das Entscheidende: JESUS BETET! ER gibt ihnen, sie geben weiter. Das überwältigende Ergebnis: Es geht doch! Problem gelöst! Alle sind satt! ... und: Ein riesiger Rest bleibt übrig. Diese Geschichte macht uns Mut, Jesus zuzutrauen, dass er uns mit dem Wenigen, was wir haben und beisteuern können, gebrauchen kann. Er macht aus Wenigem viel. Er kann unseren Lebenshunger stillen, weil er das Brot des Lebens ist. Wir dürfen beten und vertrauen und wir werden erleben, dass auch heute noch Wunder geschehen.


Bernd Osiablo