Gedanken aus dem Gemeindebrief

 

 

Liebe Leserin,

 

Lieber Leser,

 

 

dieser Gemeindebrief ist schon ein Besonderer. Steht er doch mit den Monaten Dezember 2018 und Januar 2019 genau zwischen den Jahren. Wir halten demnächst Rückschau auf das alte Jahr und wagen vielleicht einen Ausblick auf das kommende Jahr. Etwas Altes vergeht und Neues steht vor uns. Zunächst einmal beginnt in diesen Tagen die Advents- und Weihnachtszeit. Wir machen es uns gemütlich in den Stuben mit Wärme und Behaglichkeit bei Tannengrün und Kerzen. Wir freuen uns am Miteinander in der Familie und feiern das Fest der „Liebe und des Friedens“. …und oft kommt aber auch Betriebsamkeit, Hektik, Einkaufsstress und manchmal die Sorge, ob wir alles gut schaffen, dazu - für manche bis direkt zum Fest und mit zunehmender Tendenz. So gewinnt viel nebensächliches Raum und wir vergessen manchmal sogar, warum wir eigentlich Weihnachten feiern. In unserer Gesellschaft verblasst neben all dem Wohlstand und der Selbstverständlichkeit von Frieden und Sicherheit in unserm Land oft der eigentliche Sinn von Weihnachten.

 

Der Monatsspruch für Dezember 2018 aus Matth. 2,10 heißt:

 

 

 

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.

 

 

 

Ist das denn so bei uns und in der heutigen Zeit? Haben wir die Weihnachtsbotschaft vor Augen? Ist es für uns wichtig und bedeutend, dass Jesus als der Heiland, als der Retter, als der Sohn Gottes geboren ist und mit seinem Kommen den Weg bereitet hat zum Frieden mit Gott? Ist doch klar. Das wissen wir. Das glauben wir. Daran halten wir fest. Das gehört zum Fundament unseres christlichen Glaubens. Aber ist das tatsächlich eine „Freuden- botschaft?“ für uns? Hören und lesen wir diese Botschaft z.B. am Heiligabend bewusst, oder nur als gute Angewohnheit und aus Tradition oder auch gar nicht mehr?

 

In unserer Zeit ist der Frieden mehr als unsicher und bedroht. Das sieht man in der Weltpolitik, in der Landespolitik bis hin auch zu den zwischenmenschlichen Ereignissen. Viele kleinere und größere „Kriegsschauplätze“ sind unübersehbar.

 

Weihnachten bringt die Friedensbotschaft. Weihnachten bringt die Wende in der Geschichte. Weihnachten hört nicht auf, bis heute.

 

Darum: Freuen wir uns darüber! Das ist ein echter Grund zur Freude.

 

Die Jahreslosung für das kommende Jahr 2019 greift dieses Thema auch auf. Und damit ist sie hoch aktuell. Psalm 34,15:

 

 

 

Suche Frieden und jage ihm nach.

 

 

 

Das bedeutet doch: Frieden ist auch durch Weihnachten nicht selbstverständlich mal eben so da. Nein, wir sind auch gefragt. Wir sollen etwas (dazu) tun. Dabei geht es aber nicht darum, etwas zu tun…“nur um des lieben Friedens willen“…sondern sich einzusetzen mit aller Kraft, mit ganzer Seele und mit Verstand. Wir sollen Friedensstifter sein. Dem Frieden nachjagen heißt doch auch, sich einzusetzen für die Schwachen, für die Außenseiter der Gesellschaft, heißt doch auch, Vermittler zu sein und versöhnlich zu leben.

 

Die täglichen Nachrichten vermitteln uns, dass Frieden bzw. Unfrieden oder Krieg ein tägliches Thema sind. Und wieviel wird versucht, um Frieden zu schaffen. Ein Dauerthema in unserer Zeit, aber auch schon zur Zeit der Bibel. Der Vers der Jahreslosung kommt aus der Situation, in der sich David versteckt, weil König Saul ihm nach dem Leben trachtet. Und Gott greift ein. Gott handelt.

 

Das heißt doch für uns: Ja, wir wollen den Frieden suchen und ihm nachjagen. Denn keiner lebt gern in Unfrieden oder Krieg, aber ohne Gott wird es uns nicht gelingen. Wir haben genug Verheißungen in der Bibel, dass Gott uns die Kraft geben will, Friedensboten zu sein. Das darf uns Ermutigung, Stärkung und Auftrag sein für das neue Jahr. Sowohl als Gemeinde, aber auch ganz persönlich, jeder an dem Platz an den Gott uns gestellt hat.

 

In diesem Sinne dürfen wir auch Matth. 5,9 lesen und für uns in Anspruch nehmen:

 

 

 

Selig sind die Friedensstifter,

 

denn sie werden Gottes Kinder heißen.

 

 

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine gesegnete und besinnliche Weihnachtszeit sowie reichen Segen und den Shalom Gottes für das neue Jahr.

 

 

Bernd Osiablo