Gedanken aus dem Gemeindebrief

Liebe Leserin,

lieber Leser,

 

ich schreibe diese besinnlichen Gedanken am Anfang des Gemeindebriefes mitten im Januar. Heute hat es „überraschender Weise im Winter“ in kurzer Zeit sehr viel geschneit und der Schnee ging dann in Regen über. In kürzester Zeit verwandelten sich Gehwege und Straßen in gefährlich glatte Rutschbahnen. Von vielen Unfällen berichteten die Nachrichten. Wie gut, wenn man bewahrt nach Hause kam und den Tag im warmen Wohnzimmr, möglicherweise am beheizten Kamin ausklingen lassen kann. Vielleicht kommt manch einer auch ins Träumen von Urlaub im Süden, von Sonne, Meer, warmer Luft und schöner Landschaft. Aber es geht auch extremer: Einerseits Kälte und Nässe wie hier bei uns und woanders heiße trockene Wüste. Beides sicher keine Orte, an denen man gern sein möchte.

Eine Geschichte erzählt von einem Mann, der durch die Wüste reisen muss. Stellen wir uns so eine Wüsten-landschaft vor: mit Hitze, Staub, Flugsand, Dünen, Trockenheit. Und dieser Mann muss durch die Wüste. Er kennt sich zwar gut aus und trotzdem verirrt er sich und verliert die Orientierung. …Kein Kompass, keine Landkarte, kein Navi, keine Orientierung – und auch kein Handy. Das war nicht geplant. Damit hat er nicht gerechnet, daß ihm so etwas passieren könnte. Darum hat er auch keine Vorräte an Essen und vor allem zu wenig Wasser mitgenommen. Er findet nicht auf den richtigen Weg zurück.

Der Durst beginnt unertäglich zu werden. Mit jedem Schritt fällt ihm das Gehen schwerer. Irgendwann kann er nur noch kriechen….

Da! Plötzlich sieht er am Horizont eine Oase: Grüne Dattelpalmen, Menschen, Tiere, Wasser! Nun sollte man denken, dass die Aussicht, in kurzer Zeit nach kurzem Weg er seinen Durst stillen und ausruhen könnte, ihm Kraft gibt, dieses Stück Weg noch zu schaffen. Welch eine Wendung. Nach einer Pause in der Oase könnte er mit neuer Kraft und neuer Orientierung seinen Weg fortsetzen.

Doch der Mann schleppt sich nicht weiter. Er ist sich sicher:

Ich weiß, was das ist: Eine Luftspiegelung, eine Täuschung, nichts Reales. Das sind keine wirklichen Palmen, keine wirklichen Menschen, keine Tiere, kein Wasser. Das ist nur eine Fata Morgana.“ Fast ist er ein bisschen stolz, das er das weiß. Er kennt sich aus. Auf so was fällt er nicht rein.

Nach ein paar Tagen finden ihn ein paar Nomaden: verhungert, verdurstet, ein paar Meter von der rettenden Oase entfernt.

Warum hat er die paar Meter nicht mehr geschafft?“ fragen sie sich. „Wahrscheinlich war er ein moderner gebildeter Mensch und hielt die Oase für eine Fata Morgana.“

Eine tragische Geschichte. Der Wasserquelle so nahe…

Dies ist nur eine kleine Geschichte. Ob sie sich wirklich zugetragen hat, und ob sie sich so zugetragen hat, ist nicht bekannt. Sie steht auch nicht in der Bibel. Aber es ist eine Geschichte, die vielleicht die eine oder andere Parallele zu unserem Leben und zu unserer Zeit hat. So mancher macht sich auf den Weg durchs Leben und bereitet sich wenig vor. Ohne Plan, ohne Ziel, ...mal treiben lassen...oder verliert das Ziel aus dem Blickfeld und verläuft sich, kommt in Krisen und hat keinen Ausweg, keine Orientierung. Wie viele geben auf, weil sie es aus eigener Kraft versuchen. Wieviele „kriechen“ mutlos und kraftlos durchs Leben. So mancher gibt (sich) auf – so kurz vor der rettenden Oase. Viele kommen gar nicht auf die Idee, bei Gott um Kraft und Rettung zu bitten. Viele glauben nicht, dass ER der Helfer, der Retter, der Sieger und der Erlöser ist – und kommen darum nicht ans Ziel.

 

Wir haben die Bibel als Gottes Wort. Wir glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist. Ohne Abstriche, ohne Zusätze, uneingeschränkt und gültig bis heute. Lebendiges Wort. Auch als Kraftquelle und voller Verheißungen Gottes für unser Leben und für unsere Gemeinde.

Die Jahreslosung für das begonnene Jahr 2018 steht in der Offenbarung 21,6:

 

Gott spricht:

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

 

Nehmen wir dieses Angebot an? Glauben wir, dass Gott unseren Durst stillen kann? Finden wir bei ihm die OASE für unser Leben, wo wir auftanken, ausruhen und wieder losgehen können?

Im ersten Gottesdienst im neuen Jahr haben wir traditionell auch eine Losung für die Gemeinde gezogen. Sie steht im Psalm 34,9:

 

Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist.

Wohl dem, der auf ihn trauet.

 

Das kann man ausprobieren und eigene Erfahrungen machen. Mögen diese Bibelworte uns durchs Jahr begleiten und zu unserer ganz persönlichen Glaubenserfahrung werden.

Bernd Osiablo