Gedanken

„Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt.“

(Mat. 28,20)                                                                                                                                      

Geistlicher Impuls von Bernd Osiablo

 

Liebe Leserin, lieber Leser des Gemeindebriefes,

 

Wieder ist es Advent geworden. Wir sind mittendrin in der Advents- und Vorweihnachtszeit. Bald feiern wir Weihnachten. "Alle Jahre wieder" ein besonderer Zeitabschnitt im Kalenderjahr. Der dunkle triste und nasse Monat November ist vorbei. Auch wenn das Wetter und die Umstände im Dezember nun nicht unbedingt besser sind, macht es aber der festliche Schmuck der Wohnungen und Häuser, der Städte, der Geschäfte mit Tannengrün und Lichtern doch irgendwie angenehmer und leichter. Dazu noch der Duft nach Weihnachtsgebäck oder Spekulatius und Stollen. Gemütliche Zeiten bei Kerzenschein. Und die Spannung und Aufregung der Kinder: Wann ist endlich Weihnachten?!  So ist es "alle Jahre wieder".

 

Und trotzdem erleben wir es in diesem Jahr ganz anders, als wir es kennen, mögen und gewohnt sind. Wer hat Anfang des Jahres 2020 schon damit gerechnet, dass ein neuartiger bislang unbekannter Virus aus China binnen weniger Wochen fast die ganze Welt erreicht. Wir haben die Nachrichten in den Medien verfolgt, die Menschen in China mit den Masken gesehen und eigentlich nicht geglaubt, dass auch uns das ein paar Wochen später genauso treffen wird. Dieser Virus verändert die ganze Welt. Im Grunde ist nichts mehr wie es war und niemand kann eine verlässliche Antwort oder Prognose geben, wie alles in naher und ferner Zukunft werden wird.

 

So erleben wir gerade die massiven Einschränkungen und Bemühungen der Politik, den Virus einzudämmen. Viele Menschen zeigen Verständnis dafür, andere nicht.

 

Ob wir in gewohnter Weise Weihnachten als Fest mit der ganzen Familie feiern können, ist noch offen.

Erleben mussten wir auch, dass in diesem Jahr im Gemeindeleben vieles anders ist, als gewohnt. Gemeindeveranstaltungen finden gar nicht oder nur sehr eingeschränkt statt. So wird es unsere traditionelle Gemeindeadventsfeier mit dem Spiel der Kinder in diesem Jahr leider nicht geben. Keine Kaffeerunden, keine Advents- und Weihnachtskonzerte. Dankbar bin ich, dass wir seit August neben Predigttelefon und Online-Gottesdiensten wieder Präsenzgottesdienste haben können, wenn auch mit Einschränkungen.

 

In der Gemeindeleitung haben wir uns vor einigen Wochen mit der Frage beschäftigt, wie wohl die Situation unserer Gemeinde sein könnte z.B. in einem Jahr, wenn die Corona-Pandemie so bleibt oder sogar noch schlimmer wird. Antworten haben wir eher nicht gefunden, aber die Erkenntnis, dass unser guter Gott als Schöpfer dieser Welt, als Anfang und Ende der Zeit weiß, was warum geschieht und ER der HERR bleibt. Das macht Mut in einer Zeit, die für viele auch mit Ängsten und Sorgen verbunden ist.

 

Ich schreibe diese Zeilen kurze Zeit nach meiner Operation und Reha-Maßnahme, während ich mich zu Hause erhole und wieder gesund werde.

 

Ich denke, den meisten würde es so gehen wie mir: Da waren Ängste vor dem, was kommen wird, ob alles gut verläuft, was alles schiefgehen kann usw.

Im Kindergottesdienst haben die Kinder die "Geschichte vom ängstlichen Spatzen" gehört. Es geht darum, dass der kleine Spatz viele Ängste im Leben hatte und sich deswegen nicht freuen konnte, bis ihm eine Taube von Gott erzählt. Nun wird alles anders. Die Kinder haben dann aus Kastanien den kleinen Spatzen gebastelt und meine Enkelkinder haben mir ihren (siehe Foto) kurz vor dem Klinikaufenthalt als Mutmacher geschenkt. Den habe ich vorsichtig eingepackt und er stand und steht noch immer als Erinnerung, dass wir einen guten und mächtigen Vater im Himmel haben, auf meinem Nachttisch. Nach Klinik und Reha jetzt auch zu Hause. Mir geht es gut. Gott hat es gut gemacht. Eigentlich war die Angst umsonst.

Wie ist das mit der derzeitigen Corona-Situation und uns? Macht uns die Situation Angst? Schaffen wir es auf Jesus zu sehen, der die Situation unter Kontrolle hat, der weiß, warum wir das so erleben und der weiß, ob und wann es besser wird.

Vielmehr als der kleine gebastelte Spatz es kann, will uns Gottes Wort ermutigen, Jesus zu vertrauen und unsere Ängste auf ihn zu werfen. 

Das ist eine Verheißung, die an vielen Stellen der Bibel nachzulesen ist.

In Matthäus 28,20 ruft Jesus seinen Jüngern zu und es gilt bis heute auch uns: „Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt.“                                                                                                                  

Fürchtet euch nicht - Halten wir uns daran fest. Jesus steht zu seinem Wort. Was auch immer geschieht, GOTT ist und bleibt souveräner Schöpfer und Herr dieser Welt, der einen guten Plan mit seiner Welt, seiner Gemeinde und uns, mit Dir und mit mir hat. Das darf uns ermutigen, in dieser Zeit an ihm und an unserem Glauben festzuhalten.

Wo bleibt nun inmitten dieser Situation die Weihnachtbotschaft, die sicher am Anfang dieses Gemeindebriefes so kurz vor Weihnachten ihren Platz finden sollte?

Ganz klar- die Botschaft ist: Jesus als der Sohn Gottes, als der Retter dieser Welt ist in die Welt gekommen. Mit Frieden und Hoffnung für die Menschen und gegen die Angst. Auch in der Weihnachtsgeschichte kommen Ängste vor. Das waren zuerst Maria und Josef, als sie von Tür zu Tür zogen auf der Suche nach einem Quartier – sicher auch nicht ohne Ängste, ob sie noch was finden. Dann sind da die Hirten auf dem Feld, die zunächst erschraken und sich fürchteten, als der Engel ihnen die Botschaft brachte. Möglicherweise auch Ängste bei den drei Weisen auf der Suche nach dem neugeborenen König, den sie anbeten wollten. Ob sie ihn denn auch finden würden? Und: Wer weiß, vielleicht war sogar das Jesus-Kind in der Krippe ängstlich - so umgeben von vielen Menschen und den großen tierischen Bewohnern dort im engen Stall. Auch das ein mutmachendes Bild: Jesus ist ganz Mensch geworden, hat alles das, was wir erleben auch kennengelernt und weiß, wie es uns damit geht.

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein bewahrtes gesundes neues Jahr 2021.

Gottes guter Frieden und Gottes guter Segen mögen uns Begleiter sein.