Gedanken

"Alt wie ein Baum möchte ich werden, genau wie der Dichter es beschreibt. Alt wie ein Baum mit einer Krone, die weit, weit, weit, weit, die weit über Felder zeigt". (Puhdys)

 

Geistlicher Impuls von

Helmut Christian Gohr

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

 

Oft ohne es zu merken zitieren wir im Alltag immer wieder Sprichwörter der Bibel. So sehnen wir uns z.B. nach dem Land wo Milch und Honig fließt, sprechen von sogenannten

Hiobsbotschaften, oder machen kurzerhand jemanden zum Sündenbock. Auf diesem Weg sind über die Jahrhunderte viele Erkenntnisse der Bibel erhalten geblieben oder haben sich als Lebensweisheiten in uns eingeprägt.

Aber trifft dies auch in Punkto Lebensalter zu? Alt werden wie ein Baum, oder sprichwörtlich „So alt werden wie Methusalem“ (1. Mose 5, 25-27) wollen wir natürlich alle. Komisch nur, niemand möchte wirklich alt sein. Deshalb gestalten wir unseren Alltag zunehmend Fitness bewusst. Wir werden trotz Alter immer aktiver, um auch mit 70 oder 80 Jahren noch eine gute Figur zu machen.

Aber auch dank moderner Medizin nimmt unsere Lebenserwartung ständig zu. Vielleicht können wir in einigen Jahren tatsächlich alle 110 oder gar 120 Jahre alt werden. Und wenn wir dann alle doch einmal sterben müssen, dann bitte wenigstens topfit. Mose jedenfalls so bezeugt es die Bibel (5. Mose 34,7), hat die 120 Jahre erreicht und ist tatsächlich bei erstaunlich guter Gesundheit gestorben.

„Alt werden wie ein Baum“. Wovon die Puhdys träumen ist ja nichts anderes, als die verständliche Hoffnung auf ein langes und gutes Leben. Auch in der Bibel werden wir zu diesem Gedanken fündig. Sie verheißt allen Menschen die sich Gott anvertrauen und ein Leben in enger Beziehung zu Gott führen: „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht“ (Psalm 1,3).                                                                             

Allerdings müssen wir uns Gott öffnen, uns seiner guten Führung anvertrauen. Dann will ER selbst uns durch unser kurzes oder langes Leben begleiten.

 

Seit fast zwei Jahren lebt meine Schwiegermutter Herta Mischke aus Sachsen bei uns im Senioren-Pflegeheim Ecktannen. Nie hätte sie sich vorstellen können, einmal so alt zu werden und ihren Lebensabend so hoch im Norden zu verbringen. Wenn wir in Ecktannen spazieren gehen staunt sie oft über die hohen Bäume und wie diese in den Himmel gewachsen sind. Und immer wieder erzählt sie uns: „Alt werden ist nichts für Feiglinge“, aber alt werden und in Gott geborgen sein ist dagegen schön.

Dieser Glaube ist es, der ihr bis ins hohe Alter von fast 96 Jahren immer wieder neu Zuversicht und Hoffnung geschenkt hat. „Bis in euer Alter bin ich derselbe und will euch tragen, bis ihr grau werdet“ (Jesaja 46,4).

 

Zur Erinnerung: Genau vor 25 Jahren, am 1.September 1995, hat das Sozialwerk unserer Gemeinde das neue Senioren-Pflegeheim Ecktannen eröffnet. Inzwischen haben viele Menschen ihren Lebensabend dort verbringen können, wofür wir sehr dankbar sind.