Gedanken aus dem Gemeindebrief
Liebe Leserin, lieber Leser des Gemeindebriefes,
wohl kaum einer von uns hat schon einmal als Angeklagter vor einem Gericht gestanden. Vielleicht mal ein Gericht betreten als Zeuge in einem Verfahren oder als Besucher. Es ist in jedem Fall ein Ort, an dem man lieber nicht sein möchte. In einem Strafverfahren geht es immer um die Frage:
>> Schuldig oder Unschuldig ? << und um die daraus entstehenden Konsequenzen: Strafe oder Freispruch.
Nachdem der Staatsanwalt eine Anklage erhebt, versucht der Verteidiger diese zu entkräften und der Richter hat dann die schwierige Aufgabe, aufgrund der Beweislage und des geltendenn Rechts ein angemessenes Urteil zu fällen. Es geht immer um Gerechtigkeit und Wahrheit.
Der Monatsspruch für August steht in Johannes 8,15:
Jesus Christus spricht: Ihr urteilt, wie Menschen urteilen,
ich urteile über keinen.
Jesus sagt weiter: ... wenn ich aber richte, dann richte ich gerecht, denn ich bin es nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.
Zum König Salomo, der zugleich auch höchster Richter war, kommen zwei Frauen, die sich um ein Baby streiten. Beide behaupten, die richtige Mutter zu sein. Der Richter fällt ein grausames Urteil: Das Baby soll gerecht in zwei Teile geteilt werden ... Wir kennen den Ausgang. Eine Frau verzichtet (aus Liebe) auf ihr Recht, weil sie will, dass das Kind lebt - sie war die richtige Mutter ... was der Richter über den Weg dieses Urteils herausfinden wollte und dann so bestätigt hat. (Das Kind wurde dann seiner rechtmäßigen Mutter übergeben).
Zu Jesus kommen die Pharisäer mit der Ehebrecherin und fragen ihn nach seiner Meinung. Das Gesetz forderte den Tod der Frau. Sie wollten eigentlich kein Urteil von Jesus, sondern einen Angriffspunkt haben, um Jesus zu überführen. Seine Antwort fällt anders aus, als wohl erwartet. Er fragt, ob sie denn wirklich besser sind als die Frau. In der Konsequenz bleibt kein einziger Ankläger mehr übrig. Alle sind weggegangen. Zuletzt schickt Jesus die Frau nach Hause und sagt ihr, dass sie hinfort ihr Leben ändern soll. Keine Spur eines Vorwurfes, wohl aber eine neue Chance zur Veränderung. Damit setzt Jesus ganz neue Maßstäbe.
Die Bibel sagt, dass keiner von uns vor Gottes Gericht bestehen könnte. Nicht der beste und teuer bezahlteste Verteidiger wäre in der Lage, dieses Urteil abzumildern.
Gott als unser liebender Vater weiß das. Und weil er seine Kinder liebt und bei sich haben will, mußte Jesus als der Sohn Gottes und völlig unschuldig sein Leben lassen. Einen anderen Weg gab es nicht. Damit hat er den Weg freigemacht zum Vater. Wir können das für uns in Anspruch nehmen. Und wie gut, dass mit dem Sterben am Kreuz die Geschichte nicht endet. Denn: Jesus lebt. Er ist auferstanden und bis heute real und erfahrbar.
In der Sprache des Gerichtes würde man von Freispruch, Straferlass, Begnadigung oder auch Amnestie sprechen.
Und damit verliert die Botschaft des Strafgerichtes Gottes etwas von seiner Endgültigkeit, wenn - und dieses WENN ist entscheidend, wenn wir die Einladung, die Jesus Christus ausspricht, annehmen:
> Er will die Herrschaft in unserem Leben übernehmen.
> Er will uneingeschränkt der Erste in unserem Leben sein.
> Er will, dass wir nach den Geboten der Bibel leben.
> Er will, dass wir über das Kreuz Friden mit Gott haben.
So wird aus einer Gerichtsbotschaft eine Freudenbotschaft. Die gilt uns allen. Vergessen wir nicht, unserm HERRN dafür zu danken und vergessen wir nicht, davon weiter zu erzählen. Denn das ist der Auftrag, den Jesus seiner Gemeinde bis heute gibt.
Bernd Osiablo
